Blutdrucksenken wie im Schlaf
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Forscher: Melatonin hat einen positiven Effekt auf Bluthochdruck
Die innere Uhr und der Blutdruck hängen möglicherweise eng zusammen: Das schlaffördernde Hormon Melatonin, das den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers reguliert, kann nach Ergebnissen eines amerikanisch-niederländischen Forscherteams auch den Blutdruck senken. Das berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Hypertension: Journal of the American Heart Association (Ausgabe vom 29. Januar) 2004.
Frühere Befunde enthielten bereits Hinweise auf eine blutdruckregulierende Funktion des Melatonins, berichten Frank Scheer von der Harvard-Universität in Boston und seine Kollegen vom niederländischen Hirnforschungsinstitut in Amsterdam. So haben Menschen mit hohem Blutdruck häufig sehr geringe nächtliche Melatoninspiegel. Veränderungen des Gehirnbereichs, der die Melatoninausschüttung steuert, scheinen ebenfalls hohen Blutdruck zu begünstigen.
Zur Bestätigung ihrer These verabreichten die Forscher 16 Freiwilligen abends vor dem Schlafengehen verschiedene Dosen Melatonin. Alle Testteilnehmer hatten erhöhten Blutdruck, waren deswegen jedoch nicht in Behandlung. Eine Gruppe erhielt das Melatonin regelmässig über einen Zeitraum von drei Wochen, eine andere bekam eine einzige Dosis. Diese einmalige Verabreichung hatte keinen Einfluss auf den Blutdruck der Probanden. Die regelmässige Einnahme des Hormons senkte jedoch sowohl den systolischen Blutdruck, also den oberen Wert, als auch den diastolischen oder unteren Wert.
Für Scheer sind diese Ergebnisse ein klarer Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen Melatonin und der Blutdruckregulation. Bisher könne jedoch auch nicht ausgeschlossen werden, dass der durch das Melatonin verbesserte Schlaf die blutdrucksenkende Kraft sei. Die Forscher hoffen nun, in grösseren Studien ihre Ergebnisse bestätigen zu können.
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