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Magnetresonanztomografie zeigt u.a.: Regionaler Gewebsschwund für geistige Leistungsdefizite im Alter verantwortlich


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Einer der zwei Forschungspreise der Hirnliga e.V. für das Jahr 2005 ging an Dr. Henrike Wolf von der Universität Leipzig. Die 35-jährige Leipzigerin erhielt den Preis für vier kürzlich veröffentlichte Arbeiten zur Neurobiologie leichter kognitiver Störungen im . Der Preis ist mit 12 000 Euro dotiert.

In ihren Arbeiten hat die Preisträgerin strukturelle Hirnveränderungen bei leichten kognitiven Störungen (LKS) untersucht. LKS sind kognitive Beeinträchtigungen, die nicht den Schweregrad einer erreichen. Die Untersuchung solcher Störungen mit der Magnetresonanztomografie könnte wichtige Aufschlüsse über die frühen Phasen der Krankheit und anderer Demenzerkrankungen geben und somit in Zukunft zu einer genaueren und früheren Diagnosestellung dieser Erkrankungen beitragen.

Die Arbeiten entstanden im Rahmen einer vom BMBF am IZKF Leipzig geförderten Längsschnittsstudie (LEILA-MCI, 1997-2006) und eines DFG- Forschungsstipendiums am Karolinska Institut in Schweden (2001-2004). Sie sind Teil der kürzlich eingereichten Habilitationsschrift der Preisträgerin.

Leistungsdefizite auf Gewebsschwund zurückzuführen

In ihren magnetresonanztomografischen Untersuchungen konnte die Wissenschaftlerin zeigen, dass leichte kognitive Defizite bei älteren häufig mit einer Hippocampusathrophie einhergehen, d.h. einem Gewebsschwund des Hippocampus (Erschienen in: Neurobiology of Aging 2004). Der Hippocampus (”Seepferdchen”) ist eine paarige Hirnstruktur im Inneren des Schläfenlappens. Er gehört zu den evolutionär ältesten Strukturen des Gehirns und ist entscheidend an Gedächtnis- und Lernprozessen beteiligt. Bestimmte Zellen im Hippocampus gelten als besonders empfindlich (vulnerabel) - sie sind regelmässig und ausgeprägt von den -typischen Veränderungen betroffen, selbst in frühen Krankheitsstadien. Diese nur mikroskopisch sichtbaren Veränderungen gehen mit einer messbaren Schrumpfung des gesamten Hippocampus einher. Die Hippocampusatrophie wird daher als radiologischer “Marker” der Krankheit diskutiert.

mit grossen Köpfen können Gewebsschwund besser kompensieren

Aber von einer 1:1-Entsprechung von kognitiver Leistungsfähigkeit im und Hirnstruktur kann keine Rede sein. Auf der Suche nach möglichen anderen Einflussfaktoren auf die kognitive Funktionen im stiess die Leipziger Forschungsgruppe darauf, dass ein kleineres - oder Schädelvolumen mit einem erhöhten einer kognitiven Störung einherging. (Erschienen in Brain Research 2003)

In weiteren Untersuchungen zeigte sich, dass der Zusammenhang zwischen Kopfgrösse und kognitiven Störungen im wahrscheinlich auf eine bessere Hirnreserve bei mit grossem Schädelvolumen, einem Mass für die ursprüngliche Hirngrösse, zurückzuführen ist. Das heisst, mit grossen Köpfen haben vermutlich das gleiche für die -Krankheit wie alle anderen, sie können aber, wenn der Krankheitsprozess einmal ausgebrochen ist, die krankhaften Veränderungen im besser kompensieren. (Erschienen in International Journal of Geriatric Psychiatry 2004)

“Gutes” Cholesterol verringert Demenzrisiko

Angeregt durch kürzliche Befunde über eine mögliche Beteiligung von Cholesterol an der der Krankheit, interessierte sich die Wissenschaftlerin für den Zusammenhang zwischen Serum- Cholesterol und Hippokampusatrophie bei älteren . Ein höherer Blutspiegel des “guten” Cholesterols oder HDL- Cholesterols ging mit einem grösseren Hippokampusvolumen und niedrigerem Demenzrisiko einher. Das könnte darauf zurückzuführen sein, dass das HDL-Cholesterol vor der -Krankheit in einem gewissen Masse schützen kann.(Erschienen in Annals of Neurology 2004).

Bildgebende leisten Beitrag zum Verständnis von Demenzerkrankungen

Die Ergebnisse unterstreichen, dass bildgebende einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von LKS und Demenzen leisten können. Während aktuelle Behandlungsstrategien bei Demenzen überwiegend darauf zielen, die pathologischen Prozesse zu hemmen, wären nach den neuen Erkenntnissen Therapiekonzepte denkbar, die Hirnreserve- und Kompensationsmechanismen stärken. Damit wären nicht nur Symptome von Demenzerkrankungen besser beherrschbar, sondern auch eine wirksame Prävention möglich. In der klinischen Praxis zeigen die Ergebnisse ausserdem, dass eine abgewogene Interpretation klinischer, neuropsychologischer und bildgebender Befunde die der Krankheit in Frühstadien erleichtern könnte.

Die Hirnliga e.V. vergibt den mit 12000 € dotierten Preis jährlich für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten, die grundsätzlich neue Forschungsaspekte aus den Gebieten , Erkennung und von Demenzerkrankungen beschreiben.

Weitere Infos finden Sie hier …

 

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