Der Bäder-Führer / Spa-Guide
Homepage Kurorte Kliniken Praxen Hotels Informationen Impressum Suchen  

werbung auf dem baeder-fuehrer.ch

Volkskrankheit Depression: Mit Medikamenten aus dem Tal der Tränen? Welttag für Seelische Gesundheit am 10. Oktober 2005


Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Pro und Contra der mit

in der Kritik Die von schweren erfordert neben der psychotherapeutischen gerade in der Akutphase auch eine pharmakologische mit sogenannten . Zur Wahl stehen heute neben den “trizyklischen ” auch die “Selektiven -Wiederaufnahmehemmer (SSRI)”. Diese Präparate erhöhen die Konzentration des Botenstoffs und/oder Noradrenalin im Zentralen Nervensystem, genauer: In den Synapsenspalten der Nervenbahnen. Allein in Deutschland wurden bis 2003 insgesamt 214 Millionen definierte Tagesdosierungen (DDD) an SSRI-Präparaten sowie 275 Millionen DDD an “Trizyklika” ärztlich verordnet.

Obwohl die Wirksamkeit von bei der akuter depressiver Episoden in zahlreichen klinischen Studien belegt ist, wird derzeit eine Debatte über die Wirksamkeit dieser Pharmaka geführt, die bei uns zuletzt auch in den Fachorganen “Deutsches Ärzteblatt” und “Arznei-Telegramm” ihren aktuellen Widerhall fand. Im Mittelpunkt der Debatte stand dabei einerseits die Frage nach einer erhöhten Suizidalität unter SSRI, wobei andererseits der Vorwurf erhoben wurde, grenzten sich in der Wirksamkeit nicht in klinisch relevantem Masse von ab. Dies ist ein massiver Vorwurf, weil damit die Effektivität der pharmakologischen von pauschal in Abrede gestellt wird.

Der Gesundheitspolitische Sprecher und Leiter des Fachreferats Psychopharmakologie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), Professor Dr. Jürgen Fritze, hat sich in einer Stellungnahme kritisch mit dieser Sichtweise auseinandergesetzt. Sein Fazit: “Wenn man suggeriert, dass nicht in klinisch relevantem Masse wirksam und wegen der Induktion von Suiziden lebensgefährlich seien, dann ist beides falsch. Derzeit gibt es keine wissenschaftliche Evidenz, dass das Suizidrisiko erhöhen. Nicht auszuschliessen ist, dass zu Therapiebeginn das von suizidalen Gedanken und Suizidversuchen erhöhen. Deshalb muss den Patientinnen und Patienten zu Therapiebeginn besondere Aufmerksamkeit zuteil werden. Aber genau hier liegt das Problem, weil wir in Deutschland wegen einer massiven Unterfinanzierung keine ausreichende Versorgungssituation für diese haben.”

Volkskrankheit Nach Angaben des Deutschen Gesundheitssurveys in einem Jahr in der BRD knapp sechs Millionen an einer . Die Experten gehen davon aus, dass etwa 17 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben an einer behandlungsbedürftigen erkranken, wobei ein doppelt so hohes Erkrankungsrisiko aufweisen als Männer. Obwohl man sehr gut medizinisch behandeln kann - die Erfolgsrate bei Anwendung rechtzeitiger, zielgerichteter und wissenschaftlich validierter Therapieverfahren liegt bei 70 bis 80 Prozent - werden bei uns leider weniger als die Hälfte aller behandelt. Dies bedeutet, dass die der eines therapieresistenten depressiven Syndroms sehr gross ist. Ferner ist in diesem Zusammenhang auch auf die relativ grosse von Suiziden hinzuweisen. stellen mit 50 Prozent die häufigste Ursache aller Selbsttötungen dar: Zwischen fünf und 15 von Hundert der Patienten mit wiederkehrenden depressiven Erkrankungen sterben auf diese Art. Deshalb hat die DGPPN als älteste und grösste wissenschaftliche Vereinigung und Interessenvertretung von Ärztinnen und Ärzten in Deutschland, die auf den Gebieten Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde arbeiten, wiederholt eine bessere Versorgung von psychisch Kranken gefordert, insbesondere von mit schweren chronischen, . Obwohl wir in Deutschland eine grosse Anzahl von ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten zur Versorgung von i.d.R. leichter Erkrankten haben, fehlen niedergelassene Fachärztinnen und -ärzte für Psychiatrie und Psychotherapie. Nicht zuletzt deshalb, weil eine massive Unterfinanzierung der psychiatrischen Basisversorgung zu konstatieren ist: So stehen pro und Patient nur 40 Euro pro Quartal zur Verfügung, was real zwei Patientenkontakte in einem Vierteljahr erlaubt. Besonders schlecht ist die Versorgung in den neuen Bundesländern. Dort kommen auf einen Nervenarzt über 20.000 Einwohner. Nach Auffassung der DGPPN ist damit eine flächendeckende psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung der Bevölkerung nicht gewährleistet.

Welttag für Seelische , Alkoholerkrankungen, Schizophrenien und manisch- depressive Erkrankungen zählen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit zu den häufigsten Krankheitsursachen. In der Altersgruppe zwischen 15 und 44 Jahren machen diese Krankheiten etwa ein Viertel aller durch Behinderung beeinträchtigten Lebensjahre aus. Diese für die Weltbevölkerung erhobenen Daten beschreiben ebenfalls die Situation in der Bundesrepublik Deutschland: Sowohl der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen als auch der DAK- Gesundheitsreport 2005 haben zuletzt wieder auf einen stetig ansteigenden Trend bei den psychischen Erkrankungen verwiesen. Mittlerweile gehen fast zehn Prozent der Fehltage bei den aktiv Berufstätigen in der Bundesrepublik auf seelische Krankheitsursachen zurück. Alarmierend ist vor allem, dass in den jüngeren Altersgruppen ein überproportionaler Anstieg der psychischen Erkrankungen zu verzeichnen ist. Besonders stark betroffen ist die Altersgruppe der 15-28jährigen sowie der 15 bis 34jährigen Männer. Experten bezeichnen daher und Angststörungen bereits heute als die Volkskrankheit der Zukunft. Vor diesem Hintergrund hat die World Federation for Mental Health (WFMH) den Welttag für Seelische am 10.Oktober eines Jahres ins Leben gerufen. Der erste Welttag fand im Jahre 1992 statt. Weitere Informationen zum Welttag für Seelische : www.wmhday.net.

Weitere Infos finden Sie hier …

 

« rückwärts zu: Hirnliga e.V.

vorwärts zu: Wenn die Nieren akut versagen, hilft ein neues Blutwäscheverfahren »

Noch keine Kommentare. Seien Sie doch der Erste?

Geben Sie Ihre Meinung ab ...

Sie müssen eingelogged sein um Kommentare zu schreiben.