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Depressionen: Neue Therapie gibt Anlass zu Hoffnung


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Eine der Unikliniken Bonn und Köln gibt mit therapieresistenten Anlass zur Hoffnung: Die Mediziner haben zwei Männer und eine Frau mit der so genannten tiefen behandelt. Alle drei Patienten litten unter jahrelangen schwersten , die sich weder mit Medikamenten noch durch andere Therapien in den Griff bekommen liessen. Während der Stimulation verbesserte sich das Befinden bei zwei der drei Probanden innerhalb weniger Tage. Erste Änderungen waren schon nach Minuten feststellbar. Die Forscher warnen angesichts der kleinen Fallzahl vor übertriebenen Hoffnungen. Dennoch sind die Ergebnisse der Vorstudie so Aufsehen erregend, dass sie nun in der renommierten Zeitschrift Neuropsychopharmacology veröffentlicht wurden (doi: 10.1038/ sj.npp.1301408).

Bei der tiefen werden Elektroden gezielt in bestimmte Hirngebiete implantiert und über einen elektrischen Pulsgeber gereizt.
Bislang kommt das vor allem bei der von zum Einsatz. Zur Zeit wird erforscht, ob es auch bei gewissen psychiatrischen Erkrankungen wie Zwangskrankheiten hilft. Erste Studien mit weltweit etwa zwei Dutzend Patienten zeigen zudem, dass es eventuell auch bei schwersten eine Wirkung haben könnte.

Die bisherigen Untersuchungen konzentrierten sich vor allem auf zwei bestimmte Gehirnzentren. “Wir haben dagegen eine dritte Region stimuliert, den so genannten Nucleus accumbens”, erklärt der Bonner Psychiatrie-Professor Thomas E. Schläpfer, der die zusammen mit seinem Kollegen Professor Dr. Volker Sturm vom Uniklinikum Köln geleitet hat. Der Nucleus accumbens ist ein wichtiger Teil des so genannten “Belohnungssystems”: Es sorgt dafür, dass wir uns gute Erfahrungen merken, und versetzt uns in einen Zustand der Vorfreude.
Ohne Belohnungssystem würden wir keine Zukunftspläne schmieden “ eben weil wir die Früchte dieser Pläne nicht geniessen könnten. “Inaktivität und Genussunfähigkeit sind zwei wichtige Kennzeichen einer ”, betont Professor Schläpfer: “Die Vermutung liegt also nahe, dass der Nucleus accumbens bei der der Krankheit eine Schlüsselrolle spielt.”

Erste Wirkungen Minuten nach Therapiebeginn

Die Mediziner berichten in ihrer über zwei Männer und eine Frau, die bereits seit vielen Jahren unter schwersten litten. Die Forscher implantierten Elektroden in den Nucleus accumbens, die sie über einen elektrischen Pulsgeber in der Brust reizen konnten. Der Effekt war teilweise sofort spürbar: “Einer der Patienten äusserte schon eine Minute nach Beginn der Stimulation den Wunsch, den Kölner Dom zu besteigen, und setzte ihn am nächsten Tag in die Tat um”, sagt Schläpfer. “Ganz ähnlich die behandelte Frau: Sie sagte, es würde ihr wieder Spass machen, Kegeln zu gehen.” Eine direkte Aufhellung ihrer Stimmung verspürten die Patienten dagegen nicht. Sie konnten auch nicht sagen, ob der Pulsgeber an- oder ausgeschaltet war.

In den ersten Tagen der tiefen verbesserten sich die Depressionssymptome bei zwei der drei Patienten deutlich. Ihr Zustand blieb konstant, solange die lief. Sobald der Pulsgeber ausgeschaltet wurde, kehrte die jedoch mit voller Macht zurück. “Die wieder aufgetretenen Symptome waren so belastend, dass wir es ethisch nicht vertreten konnten, die so lange wie ursprünglich geplant auszusetzen”, betont Professor Schläpfer.

Während Psychopharmaka generell in die Hirnbiochemie eingreifen, wirkt die tiefe lokal in den betroffenen Zentren. Die Mediziner beobachteten denn auch keine , wie sie nach der Gabe von auftreten können. Die Patienten klagten lediglich nach der über . Auch langfristig scheint die tiefe keine grösseren Risiken zu bergen: Es gibt -Patienten, die seit mehr als zehn Jahren einen derartigen “” mit sich herumtragen, ohne über Probleme zu klagen.

“Vorläufige Ergebnisse”

Die warnen dennoch vor übertriebenen Hoffnungen: “Es handelt sich bei diesen wenigen Patienten natürlich nur um sehr vorläufige Ergebnisse”, sagt Schläpfer. “Unsere Folgeuntersuchungen zeigen schon jetzt, dass mit Sicherheit nicht jeder Patient auf diese anspricht.” Auch müsse man bei Eingriffen ins in besonderer Weise ethische Faktoren abwägen “ nicht zuletzt, weil eine solche immer riskant sei. Deshalb hätten auch besonders hohe Anforderungen in Bezug auf die Studieneinwilligung der Patienten gegolten. “Eines zeigen unsere und andere Studien aber schon jetzt: Die tiefe kann bei manchen mit helfen “ selbst in Fällen, die bislang als therapieresistent galten.”

Kontakt:
Professor Dr. Thomas E. Schläpfer
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Bonn Telefon: 0228/287-15715
E-Mail: schlaepf@jhmi.edu

 

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