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Rückschlag für Selen


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Selen-Tabletten können das für erhöhen. Das zeigt die Auswertung einer amerikanischen . Teilnehmer, die fast acht Jahre lang täglich ein Präparat mit 200 Mikrogramm Selen schluckten, erkrankten häufiger an als die Kontrollgruppe, die lediglich ein wirkstofffreies bekam.

Das ursprüngliche Ziel der war es, die Wirkung des Spurenelements Selen auf zu untersuchen. Dafür hatten bereits in den 80er-Jahren 1.300 Teilnehmer ausgewählt, die an erkrankt waren. Die tägliche Einnahme von Selen in Form von Selenhefe konnte die Patienten nicht vor weiteren Tumoren der schützen, ergab die Auswertung. Zehn Jahre nach Veröffentlichung dieser Ergebnisse untersuchten Saverio Stranges und seine Kollegen nun, welche Auswirkungen das Selenhefe-Präparat auf das Diabetesrisiko der Hautkrebspatienten hatte.

Teilnehmer, die bereits vor Beginn der Krebsstudie an erkrankt waren, wurden dabei nicht berücksichtigt. Von den 600 Patienten, die Selen einnahmen, waren nach fast acht Jahren etwa zehn Prozent an mellitus vom Typ 2 erkrankt, dem so genannten Altersdiabetes. Bei der -Gruppe waren es nur sechs Prozent. In der Selen-Gruppe war das Diabetesrisiko somit fast fünfzig Prozent höher als in der -Gruppe.

Auf welche Weise die hohe Selenzufuhr das für erhöhen konnte, wissen die Forscher noch nicht. Das Spurenelement kommt von Natur aus in verschiedenen Lebensmitteln vor und gilt als lebensnotwendig. Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung reichen jedoch dreissig bis siebzig Mikrogramm Selen aus, um den täglichen Bedarf eines Erwachsenen zu decken. Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln bewerben Selen auf Grund seiner antioxidativen Eigenschaften mit einer Vielzahl an positiven Wirkungen: Selen-Präparate sollen beispielsweise die körpereigene Abwehrkraft stärken oder Alterungsprozesse verzögern. Vielversprechende Ergebnisse lieferte Selen in Studien zur Vorbeugung von .

Die Ergebnisse bedeuteten weitere schlechte Nachrichten für Nahrungsergänzungsmittel, kommentiert der Epidemiologe Eliseo Guallar von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore. Etwa sechzig Prozent der US-Amerikaner schlucken Mulitvitamin-Tabletten. Viele solcher Supplemente enthalten auch Selen, meist zwischen 33 und 200 Mikrogramm. Wie viele Deutsche Selen einnehmen und in welchen Mengen, ist derzeit nicht bekannt. Das Bundesinstitut für hält eine tägliche Zufuhr von dreissig Mikrogramm Selen aus Nahrungsergänzungsmitteln für unbedenklich.

Saverio Stranges (Universität Buffalo) et al.: Annals of Internal Medicine, Bd. 147, Nr. 3

 

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