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Kontrastmittel zeigt Chirurgen bösartige Tumore


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Ein neuartiges Kontrastmittel soll Chirurgen in Zukunft während einer helfen, bösartige Tumoren von gesundem Gewebe zu unterscheiden: Es besteht aus einem Farbstoff und einem Bestandteil von Skorpiongift, der gezielt angreift. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass sich der Marker ausschliesslich im Krebsgewebe ansammelt, wo er bei Licht aussendet und den so zum Leuchten bringt. Damit lassen sich Krebsherde nicht nur besser aufspüren, der Chirurg kann auch schon während der kontrollieren, ob er alle entfernt hat. Bisher ist der Farbststoff allerdings lediglich bei Mäusen eingesetzt worden.

Beim Design ihres Kontrastmittels nutzten die Forscher eine bereits in mehreren Studien nachgewiesene Besonderheit von Skorpiongift: Einer der Bestandteile, ein Eiweissfragment namens Chlorotoxin, dockt ausschliesslich an mit einer ganz bestimmten Ausstattung an molekularen Werkzeugen an und ignoriert gesunde Zellen nahezu vollständig. Diesen kleinen Spürhund koppelten die nun zusätzlich mit einem Farbstoff, der bei Licht im Infrarotbereich aussendet. In verschiedenen mit Mäusen und mit Proben aus gesundem und bösartigem Gewebe konnten sie anschliessend zeigen, dass das Mittel bereits wenige Stunden nach der Injektion in den Blutkreislauf Tumoren zum Leuchten bringt und dieser Effekt bis zu 14 Tage anhält.

Einen nur anhand seines Aussehens vom umgebenden gesunden Gewebe zu unterscheiden, ist in vielen Fällen sehr schwierig, erklären die . Um seine genaue Lage und die Grösse zu identifizieren, werden daher zusätzlich meist bildgebende wie die Magnetresonanztomographie eingesetzt. Auf den Bildern können allerdings lediglich die Tumoren von gesundem Gewebe unterschieden werden, die aus mehr als einer Million Zellen bestehen. Das neue Kontrastmittel kann hingegen bereits Wucherungen aus weniger als 2.000 Zellen identifizieren, so die Forscher.

Besonders geeignet sei der Farbstoff für den Einsatz bei Gliomen, einer häufigen und sehr aggressiven Art von Hirntumoren. Sie haben eine hohe Rückfallquote, weil Chirurgen beim Entfernen der Tumoren möglichst wenig gesundes Gewebe verletzen wollen und daher häufig bösartige Zellen an den Tumorrändern verbleiben. Das Kontrastmittel spürt jedoch auch Tumoren in der Prostata und dem Darm sowie selbst kleinste in den Lymphgefässen auf. Da sich das Chlorotoxin bereits in einigen klinischen Studien als nicht toxisch für den erwiesen hat, hoffen die Forscher, ihr Kontrastmittel bereits in Kürze ebenfalls beim testen zu können.

Mandana Veiseh (University of Washington) et al.: Research, Bd. 67, S. 6882

 

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